Trauerpastoral in der Schule

eine schulpastorale Weiterbildung

Warum eigentlich ein eigenes Weiterbildungsprogramm der Schulpastoral zum Thema Trauer?

Für die akute Krisenintervention gibt es viele Schulungen und Handreichungen. Aber was ist mit den Schüler/-innen, Lehrkräften, Mitarbeiter/-innen die einen schwerkranken und/oder sterbenden Elternteil bzw. Angehörigen zu Hause haben oder selbst schwer erkrankt sind? Diese Vorweggenommene Trauer wirkt sich auch auf die Schule aus!

Fragen könnten lauten: Ist Schule überhaupt ein angemessener Ort, um zu trauern? Ist das nicht viel mehr die eigene Familie, der engste Freundeskreis? Ist Schule nicht gerade ein UNgeeigneter Ort, um zu trauern – weil es ein Ort ist, an dem ein gewisser Leistungsdruck herrscht, wo es Noten und feste Regeln gibt, wo ich als Lehrkraft bzw. Mitarbeiter/-in funktionieren muss/soll. Diese Fragen darf und muss man stellen – und wenn wir ehrlich sind, ist die konkrete Situation an den meisten Schulen nicht unbedingt förderlich für Trauerprozesse.

Dennoch: Schule ist ein Ort, an dem getrauert werden darf und muss, und zwar, allein schon deswegen, weil in unserer Gesellschaft Trauer eher am Rande und nur für eine begrenzte Zeit zugelassen ist. Je mehr Trauer aus unserer Gesellschaft verschwindet, desto mehr auch die Fähigkeit zu trösten – und desto mehr besteht die Notwendigkeit, dass Schule hier einen Gegenakzent setzt, indem sie Raum zum Trauern gibt.

Dies gilt nicht zuletzt angesichts zunehmender Zeit, die Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte und Mitarbeiter/-innen in der Schule verbringen. Auch wenn es sich nicht um eine bestimmte Form von Ganztagsschule handelt, verbringen sie dort an Werktagen zumeist mehr Zeit, als zu Hause und in der Familie. Schule wird zur zweiten Heimat, nicht nur aufgrund der dort verbrachten Zeit, sondern auch, weil sie vielfach eine Kompensationsfunktion gegenüber der Familie hat; und sie zum Teil das einholen muss, was dort nicht geleistet, sprich: Was dort nicht getrauert werden kann oder will.

Ein bereichernder „Mehr“-WERT: Trauerpastoral in der Schule als ein schulpastorales Angebot.

  • Trauerpastoral durch Religionslehrkräfte ist eindeutig zu unterscheiden von der KiS-Arbeit. Hier gilt es als Lehrkraft an der eigenen Schule zu agieren und Ansprechpartner zu sein. Es ergeben sich daraus mehr Möglichkeiten einer nachhaltigen Trauerpastoral und die Handlungsfelder können weiter gefasst werden.
  • Gemeinsam ist allen Begegnungen mit Tod und Trauer in den verschiedenen genannten Kontexten, dass Religionslehrkräfte sie nicht ignorieren können, sondern dass ihre Reaktion und ihr Handeln gefragt sind.
  • Die Beschäftigung mit Verlust und Trauer ist eine sehr persönliche Angelegenheit, genauso und womöglich noch mehr als die Beschäftigung mit der Frage nach dem Tod. Das Thema macht etwas mit uns. Wer andere in Trauerprozessen begleiten will, kommt nicht umhin, sich damit persönlich auseinander zu setzen, sich zu fragen, was er mit den Stichworten Tod und Trauer verbindet, welche Erfahrungen und Gefühle dabei entstehen.
  • Tod nach längerer Krankheit: Hier besteht die Möglichkeit – und auch Notwendigkeit - sich darauf vorzubereiten, Abschied zu nehmen und diesen Abschied auch zu gestalten - und dann gemeinsam zu überlegen, auf welche Art und Weise die eigene Trauer zum Ausdruck gebracht werden kann. Hier findet also ein längerer Prozess statt, der manchmal schon mit der Diagnose beginnt.
  • Ganz anders verhält es sich bei einem plötzlichen Tod bzw. einem Unfalltod: Der Schock ist hier in der Regel viel größer. Hier fehlt jegliche Möglichkeit, sich darauf einzustellen, sich vorzubereiten, auch Abschied zu nehmen. Umgekehrt stellt sich hier die Notwendigkeit, möglichst rasch zu handeln und Trauerformen zu finden, um das Ganze zu verarbeiten.

In dieser Weiterbildung werden intensiv Chancen und Grenzen der Trauerbegleitung im Kontext Schule aufgezeigt und punktuelle Unterstützungsmöglichkeiten zur Begleitung auf dem Weg durch die „TrauerWelt“ erläutert.

Weitere Informationen und ein detailliertes Programm können Sie gerne von uns zugemailt bekommen. Senden Sie uns hierzu bitte ein Mail an: schulpastoral@bistum-augsburg.de

Bistum Augsburg - Abteilung Schule und Religionsunterricht
Bistum Augsburg