Wie können biografische Figuren im Religionsunterricht so erschlossen werden, dass sie mehr sind als klassische Vorbilder zum Nachahmen? Dieser Beitrag des IRL Bayern nimmt Franz von Assisi in den Blick und eröffnet einen Perspektivwechsel für den Religionsunterricht in der Grundschule.
Im Zentrum steht dabei nicht die Frage: Was hat Franz getan?, sondern: Wie hat sich sein Blick auf die Welt verändert – und was löst das bei uns aus?
Damit wird Franz von Assisi als sogenannte Transformationsfigur verstanden: als ein Mensch, an dem sichtbar wird, wie sich Wahrnehmung verändern kann und wie daraus neue Formen des Handelns entstehen. Der Beitrag verbindet bildungstheoretische Überlegungen zum transformatorischen Lernen mit dem theologischen Gedanken der Metanoia – der inneren Umkehr und Neuausrichtung des Blicks. Für den Unterricht bedeutet das: Religionsunterricht wird nicht nur als Vermittlung von Inhalten verstanden, sondern als Raum, in dem Kinder ihre Wahrnehmung von Welt, sich selbst und anderen neu entdecken und deuten können.
Gerade in der Grundschule eröffnet dieser Ansatz einen lebendigen Zugang zu biografischem Lernen. Franz von Assisi wird nicht zur moralischen Projektionsfigur, sondern zum Anlass, eigene Fragen zu stellen:
- Was nehme ich wahr – und was übersehe ich vielleicht?
- Wie sehe ich die Welt?
- Was verändert sich, wenn mein Blick sich verändert?
Hier können Sie sich die Materialien kostenlos herunterladen!
