Buchtipp KiS: Frisst ein Krebs die Haare auf?

Die kleine Ela erkrankt an Leukämie. Sie weiß am Anfang noch nicht, was das eigentlich bedeutet. Aber sie merkt, dass ihre Eltern sehr traurig sind. Und irgendwann fragt ihr Bruder Nick, ob er womöglich schuld an Elas Erkrankung sei. Er habe seine kleine Schwester ja hin und wieder geärgert. Die Kinder lernen, dass Elas Blut krank ist, und dass sie nun viel Zeit und Unterstützung braucht, um wieder gesund zu werden.

„Frisst ein Krebs die Haare auf?“ erzählt einfühlsam, klar und altersgerecht die Geschichte der kleinen Ela, die an Leukämie erkrankt ist. Es gibt nicht viele Kinderbücher über dieses Thema. Meist stehen erkrankte Elternteile im Mittelpunkt. Hier ist das anders. Die Handlung begleitet die kleine Ela aus der Kindperspektive durch Diagnose, Behandlung, Chemotherapie und schließlich die Genesung. Das Buch erklärt auf verständliche und kindgerechte Weise, was im Körper passiert, warum Haare durch Behandlung ausfallen und wie sich der Krankenhausalltag anfühlt. Es vermittelt Mut, Zuversicht und Orientierung – nicht nur für betroffene Kinder, sondern auch für Geschwister und Angehörige. Die kurzen, verständlichen Textpassagen und liebevollen Illustrationen ermöglichen Kindern im Vorschul- und Grundschulalter einen Zugang zu einem schwierigen Thema. Es spricht nicht nur über die körperlichen Aspekte der Krankheit, sondern nimmt auch psychologische Belastungen wie Schuldgefühle von Geschwistern oder die Angst vor dem Unbekannten ernst. Gleichzeitig schafft es, Trost und Hoffnung zu spenden, indem die Geschichte von Elas Rückkehr nach Hause erzählt wird.

Gestaltet und geschrieben hat das Buch Grit Brunner. Es ist ihre Abschlussarbeit für die bevorstehende Matur. Der 19-Jährigen war es ein großes Anliegen, auch ein Geschwisterkind in ihre Geschichte mit einzubeziehen. Sie wollte nicht nur die physischen, sondern auch die psychischen Auswirkungen einer solchen Erkrankung beleuchten. «Das Buch soll nicht nur an Leukämie erkrankten Kinder helfen, sondern auch deren Angehörigen und vor allem den Geschwistern, damit sie verstehen, warum sich Mama und Papa plötzlich mehr Zeit für das erkrankte Kind nehmen.»

Wie können Lehrkräfte das Buch im Unterricht nutzen?

1. Einstieg in ein sensibles Thema:
Das Buch eignet sich als behutsamer Einstieg, um mit Grundschulklassen über Gesundheit, Krankheit (Leukämie) und Umgang mit schwierigen Situationen zu sprechen. Es öffnet Raum für Gespräche über Gefühle, Ängste, Mut und Solidarität.

2. Sozial-emotionales Lernen:
Lehrkräfte können gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erarbeiten, wie sich Krankheit im Alltag anfühlt, welche Unterstützung betroffene Kinder brauchen und wie man empathisch miteinander umgeht.

3. Lesekompetenz & Perspektivübernahme:
Beim Vorlesen bzw. gemeinsamen Lesen können Schlüsselbegriffe, Textverständnis und Perspektivwechsel (Wie fühlt sich Ela?) geübt werden.

4. Fächerübergreifende Anknüpfungen:
Das Thema lässt sich fächerübergreifend in Biologie (z. B. Grundwissen über den Körper), Ethik/Religion (Fragen nach Lebenssituationen und Mitgefühl) oder Kunst (eigene Bilder zu Situationen malen) integrieren.

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