Rauhnächte, Räucherrituale, Sonnwendfeiern, Halloween oder neue Formen des Advents: Alte und neue Bräuche erleben derzeit eine bemerkenswerte Popularität. Dabei werden überlieferte Traditionen teilweise neu entdeckt und mit ganz unterschiedlichen Bedeutungen verbunden – als kulturelles Erbe, als persönliche Spiritualität oder auch in esoterischen und neuheidnischen Zusammenhängen. Doch was steckt eigentlich hinter dieser neuen Begeisterung für Bräuche und Rituale? Welche Sehnsüchte und Bedürfnisse werden darin sichtbar? Geht es um Identität und Beheimatung, um Gemeinschaft, Orientierung oder das Bedürfnis, selbst etwas gestalten und bewirken zu können?
Der Studientag „Altes Erbe – Neuer Geist? Bräuche im Spannungsfeld von Volksfrömmigkeit und Zeitgeist“ lädt dazu ein, diesen Entwicklungen genauer nachzugehen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich gewachsene christliche Volksfrömmigkeit und heutige, teilweise neu gedeutete Rituale zueinander verhalten. Dabei geht es nicht darum, Traditionen vorschnell abzulehnen oder unkritisch zu übernehmen, sondern sie besser zu verstehen, theologisch einzuordnen und sensibel mit ihnen umzugehen.
Was bedeuten Bräuche heute?
Für den Religionsunterricht ist dieses Thema besonders spannend. Kinder und Jugendliche begegnen Bräuchen in der Familie, im Freundeskreis und in sozialen Medien – häufig ohne genau zu wissen, woher sie kommen oder welche religiösen Vorstellungen damit verbunden sind.
Der Studientag nimmt deshalb auch konkrete Fragen aus der Praxis in den Blick:
- Wie gehen wir beispielsweise mit Halloween um?
- Was verändert sich, wenn aus einer Martinsfeier ein „Lichterfest“ wird?
- Wie lassen sich neue Adventsformen einordnen?
- Wo braucht es eine klare Abgrenzung, wo kann eine kreative Umdeutung sinnvoll sein – und wo ist eine bewusste christliche Profilierung gefragt?
Dabei wird auch ein grundlegender Unterschied zwischen christlichen und esoterischen Deutungen thematisiert: Während christliche Bräuche von der Erfahrung leben, dass Menschen sich beschenkt und getragen wissen, steht in manchen esoterischen Vorstellungen stärker die eigene Wirksamkeit im Mittelpunkt – das Gefühl: „Ich muss und kann selbst etwas tun.“
Zwei Perspektiven – zwei Studientage
Den ersten Studientag am Samstag, 21. November 2026, von 9.30 bis 15.30 Uhr gestalten Dr. Judith Bodendörfer, Religionswissenschaftlerin und wissenschaftliche Referentin der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, sowie Wibke Reimer M.A., Ethnologin und Abteilungsleiterin Kultur und Heimatpflege beim Bezirk Schwaben.
Der erste Studientag nimmt die Zeit von Dezember bis März in den Blick. Ein zweiter Studientag am Samstag, 6. März 2027 widmet sich anschließend dem Zeitraum von April bis November. Beide Termine ergänzen sich inhaltlich und bilden eine Einheit, können aber auch unabhängig voneinander besucht werden.
Als Lehrerfortbildung anerkannt
Die Abteilung Schule und Religionsunterricht des Bistums Augsburg ist Kooperationspartnerin des Studientags. Die Veranstaltung wird als Lehrerfortbildung anerkannt.
Der Studientag findet im Haus Sankt Ulrich, Kappelberg 1, 86150 Augsburg, statt und kann alternativ online besucht werden. Der Zugangslink für die Online-Teilnahme wird einige Tage vor der Veranstaltung verschickt. Auch online besteht die Möglichkeit, sich über den Chat an der Diskussion zu beteiligen.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Wer vor Ort dabei ist, hat die Möglichkeit, im Haus Sankt Ulrich ein 3-Gänge-Menü inklusive eines Getränks für 22 Euro zu erhalten. Die Anmeldung zum Mittagessen ist verbindlich.
Jetzt anmelden und mitdiskutieren!
- Wie verändern sich Bräuche?
- Was suchen Menschen in Ritualen?
- Und wie können wir als Religionslehrkräfte solche Entwicklungen im Unterricht aufgreifen und christlich verantwortet einordnen?
Der Studientag bietet Raum für fachliche Impulse, Austausch und konkrete Fragen aus der Praxis.
Herzliche Einladung an alle Lehrkräfte, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und neue Perspektiven für den Religionsunterricht mitzunehmen!
Samstag, 21. November 2026 | 9.30–15.30 Uhr
Haus Sankt Ulrich, Augsburg – oder online
Teilnahme kostenlos | als Lehrerfortbildung anerkannt
Anmeldung erforderlich bis spätestens 12. November 2026
Fachbereich Religions- und Weltanschauungsfragen
Tel. 0821 – 31 66 66 13
E-Mail: weltanschauung@bistum-augsburg.de
Weitere Informationen und Anmeldung in Kürze hier beim Bistum Augsburg.
