Gemeinsam Unterwegs: Neue Religionslehrkräfte starten in ihre Ausbildung

Mit Engagement, vielen neuen Impulsen und einer guten Portion Gemeinschaft sind die neuen Religionslehrkräfte im Bistum Augsburg vom 9. bis 11. September bei den Einführungstagen im Exerzitienhaus St. Paulus in Leitershofen in ihre Ausbildungs- und Weiterbildungszeit gestartet. In zwei Seminargruppen lernten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen, erhielten wichtige Informationen für ihren beruflichen Start und setzten sich intensiv mit den vielfältigen Aufgaben des Religionsunterrichts auseinander. Fünf Teilnehmerinnen begannen im Seminar für Grund-, Mittel- und Förderschulen unter der Leitung von Seminarrektorin i. K. Rebekka Jähnig ihre Ausbildung. Im Seminar für die weiterführenden Schulen kamen unter der Leitung von Oberstudienrat i. K. Hans-Christian Richter acht Religionslehrkräfte zusammen.


 

Was macht guten Religionsunterricht aus?

Im Mittelpunkt der drei Tage standen neben organisatorischen Informationen und wichtigen Grundlagen für den Schulalltag vor allem das gemeinsame Arbeiten und der persönliche Austausch. Ein Schwerpunkt war die Auseinandersetzung mit dem Lehrplan – allerdings nicht nur im Sinne von Vorgaben und Inhalten. Vielmehr ging es um grundlegende Fragen:

  • Was braucht guter Religionsunterricht?
  • Welche Themen beschäftigen Kinder und Jugendliche heute?
  • Wie können Unterrichtsstunden so gestaltet werden, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur Wissen erwerben, sondern auch Raum für ihre eigenen Fragen, Erfahrungen und Perspektiven finden?

Von der Planung konkreter Unterrichtsstunden bis zu didaktischen Überlegungen erhielten die angehenden Religionslehrkräfte zahlreiche Anregungen für ihr erstes Schuljahr. Dabei wurde auch der Gedanke des Theologen Johann Baptist Metz aufgegriffen: Religion kann eine „Unterbrechung“ des Alltags ermöglichen. Gerade in einer Lebenswelt, die von Schule, Leistungsdruck, Social Media, digitalen Medien und einer stetigen Informationsflut geprägt ist, können solche Unterbrechungen wertvoll sein. Religionsunterricht kann Räume eröffnen, in denen Kinder und Jugendliche innehalten, fragen, nachdenken und neue Perspektiven entdecken.


 

Religionsunterricht ist mehr als „nur“ Unterricht

Auch die persönliche und spirituelle Dimension des Berufs hatte während der Einführungstage ihren festen Platz. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich mit ihrem eigenen Weg als Religionslehrkraft auseinander und gingen der Frage nach, was es bedeutet, junge Menschen auf ihrem Lebens- und Glaubensweg zu begleiten. So verbanden sich fachliche Arbeit, praktische Unterrichtsfragen, persönliche Reflexion und spirituelle Impulse miteinander. Gerade diese Mischung prägte die Tage und machte deutlich, dass Religionsunterricht immer auch mit den Menschen zu tun hat, die ihn gestalten und mit den Kindern und Jugendlichen, die an ihm teilnehmen.


 

Digitale Medien und kreative Ideen

Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Abteilungsleitung Dr. Kristina Roth und ihre Stellvertreterin Marina Settele, durfte ein Blick auf die digitalen Möglichkeiten im Religionsunterricht nicht fehlen. Dazu brachte Martin Hörmann von RU digital seine Erfahrungen und Ideen ein. Ergänzt wurde das Angebot durch Norbert Harner von der Medienzentrale, der weitere Möglichkeiten für die Arbeit mit Medien vorstellte. Damit wurde deutlich: Ein zeitgemäßer Religionsunterricht braucht nicht nur fachliche und didaktische Grundlagen, sondern auch Offenheit für neue Wege und Medien, mit denen Schülerinnen und Schüler heute selbstverständlich umgehen.


 

Gemeinschaft, Filmabend und ein ganz besonderer Gottesdienst

Neben dem offiziellen Programm blieb auch Zeit für Begegnung und Gemeinschaft. Die Stimmung während der Tage war ausgesprochen gut. Am Donnerstagabend entstand spontan ein gemeinsamer Filmabend mit der Zweigstelle. Hans-Christian Richter stellte dazu sein umfangreiches und ansprechendes Material vor – ein zusätzlicher Programmpunkt, der für viele schöne und ungeplante Begegnungen sorgte.

Ein besonderer Höhepunkt war schließlich der Weggottesdienst am Freitag. Die Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer hatten ihn selbst vorbereitet und durchgeführt. Der Gottesdienst führte durch das Haus und den Park und verband Bewegung, Gebet und persönliche Gedanken miteinander. Besonders eindrucksvoll war die Fürbittenaktion: Die Fürbitten wurden auf kleine Schiffchen geschrieben und anschließend an einer Wasserstelle schwimmen gelassen. Ein schlichtes, aber aussagekräftiges Zeichen für Wünsche, Hoffnungen und Anliegen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit auf ihren weiteren Weg nehmen.


 

Mit vielen guten Eindrücken in die Ausbildungszeit

Das Feedback zu den Einführungstagen fiel durchweg positiv aus. Die drei Tage boten Raum für fachliche Orientierung, praktische Anregungen, persönliche Reflexion und vor allem für das gegenseitige Kennenlernen. Damit ist ein wichtiger erster Schritt getan. Die neuen Religionslehrkräfte starten nun in ihre und bringen dabei nicht nur neues Wissen, sondern auch viele Begegnungen, Ideen und gemeinsame Erfahrungen aus Leitershofen mit.

Die Abteilung Schule und Religionsunterricht des Bistums Augsburg heißt die neuen Religionslehrkräfte herzlich willkommen und wünscht ihnen für ihren Start an den Schulen viel Freude, Mut und Ausdauer sowie eine bereichernde und inspirierende Ausbildungszeit.

Denn guter Religionsunterricht beginnt dort, wo Menschen bereit sind, sich gemeinsam auf die großen Fragen des Lebens einzulassen.