Oberstufe am Campus: Studientag Theologie für W-Seminare geht in die zweite Runde

Augsburg, 25. Februar 2025 – „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ Diesem Psalmvers (Ps 34,15) und seiner Relevanz für die Gegenwart widmeten sich die Teilnehmenden des Ökumenischen Studientags „Oberstufe am Campus“ an der Universität Augsburg. Schülerinnen und Schüler der W- und P-Seminare mit dem Leitfach Katholische oder Evangelische Religionslehre waren eingeladen, einen Tag lang „Uniluft zu schnuppern“ und sich mit aktuellen Fragen nach einem gerechten Frieden aus theologischer Perspektive auseinanderzusetzen.

Organisiert wurde der Tag von der Katholisch-Theologischen Fakultät, dem Institut für Evangelische Theologie sowie der Abteilung Schule und Religionsunterricht des Bistums Augsburg. Nach der herzlichen Begrüßung der Gäste durch Dekan Prof. Dr. Georg Gasser bedankte sich Dr. Kristina Roth (Leitung der Abteilung Schule und Religionsunterricht im Bistum Augsburg) bei allen Beteiligten. Dr. Matthias Werner (Lehrstuhl für Didaktik des Katholischen Religionsunterrichts / Religionspädagogik) und Dr. Christian Pöpperl  (MB-Fachreferent für den Kath. Religionsunterricht an Gymnasien in Schwaben) moderierten den Vormittag, der mit zwei hochaktuellen Vorträgen zur Friedensethik startete.


Prof. Jochen Ostheimer (Professur für Christliche Sozialethik, Katholisch-TheologischeFakultät) erschloss anschaulich die Entwicklung friedensethischer Positionen, beginnend mit Thomas von Aquins Lehre vom „gerechten Krieg“ hin zur in der Nachkriegszeit entwickelten Theorie vom „gerechten Frieden“. Dass Luther hier eine andere Position vertrat, machte anschließend Prof. Dr. Bernd Oberdorfer (Ordinarius für Systematische Theologie & theologische Gegenwartsfragen, Institut für Evangelische Theologie) deutlich und lud die Anwesenden zur Diskussion darüber ein, unter welchen Voraussetzungen auch heute noch Kriege als moralisch vertretbar angesehen werden könnten. Die Schülerinnen und Schüler nahmen die Anregung gerne auf und brachten Beispiele aus ihrer Lebenswelt ein, etwa die Schülerproteste in Frankreich oder eine mögliche Wehrpflicht.


Nach den Vorlesungen folgte der Wechsel zu einer praxisorientierteren universitären Lehrform – dem Seminar. Dr. Sophie Kultzen, Luisa Beck, Dr.Hannes Müller, Dr. Matthias Werner und Dr. Tim Zeelen luden die Schülerinnen und Schüler ein, sich in fünf thematischen Seminaren – von Kirchengeschichte über Religionspädagogik hin zur Moraltheologie – mit unterschiedlichen Themen auseinanderzusetzen. In den Seminaren konnten die Teilnehmenden in Kleingruppen arbeiten, diskutieren und verschiedene Fragestellungen, etwa zum friedvollen Verhalten in sozialen Medien oder zum Frieden unter den Religionen, vertiefen. Währenddessen hatten die begleitenden Lehrkräfte die Möglichkeit, sich nach einem inspirierenden Impulsvortrag von Dr. Thomas Gottfried (Akademischer Direktor, Lehrstuhl für Schulpädagogik) im „Theologischen Café“ über den Beitrag des Religionsunterrichts zum gymnasialen Bildungsauftrag auszutauschen.


Ein weiteres Highlight war das gemeinsame Mittagessen in der Mensa – eine Gelegenheit für die Schülerinnen und Schüler, noch mehr authentische Einblicke in das Unileben zu erhalten.

Am Nachmittag standen zwei Wahlangebote auf dem Programm: In einer Führung durch die Universitätsbibliothek mit Dipl.-Bibl. Patrick Frauenrath lernten die Teilnehmenden die wissenschaftlichen Ressourcen und Recherchemöglichkeiten der Hochschule kennen. Parallel dazu gab es eine kurzweilige Führung zum studentischen Leben, u.a. im Studierendenwohnheim Edith Stein. In Workshops, geleitet von Kim Mohr (Ausbildungsleiterin im Bistum Augsburg) und Ulrich Gottwald (kda Regionalstelle Augsburg), konnten sich die Oberstufenschülerinnen und -schüler anschließend über Berufe in der Kirche informieren.