Die Basilika St. Ulrich und Afra bot am Freitag, den 17. Juli 2026, den festlichen Rahmen für einen besonderen Meilenstein im Leben von 77 angehenden Religionslehrerinnen und Religionslehrern: Im feierlichen Gottesdienst empfingen sie aus den Händen von Bischof Dr. Bertram Meier und Weihbischof Florian Wörner die Missio canonica – die kirchliche Beauftragung zur Erteilung des katholischen Religionsunterrichts. Für die neuen Lehrkräfte markiert sie den Abschluss ihrer Ausbildung und zugleich den Beginn ihres kirchlichen Sendungsauftrags.
Bereits am Vormittag hatten sich die angehenden Religionslehrkräfte auf die Feier eingestimmt. Ein von den Mitarbeitenden der Abteilung Schule und Religionsunterricht gestalteter Besinnungstag bot ihnen Gelegenheit, innezuhalten, persönliche Erfahrungen zu reflektieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. In Workshops beschäftigten sie sich mit wesentlichen Aspekten ihres künftigen Berufs und schöpften zugleich spirituelle Kraft für ihren Weg als Religionslehrkräfte.
Zwischen KI und Klassenzimmer: Warum Religionsunterricht Persönlichkeit braucht
In seiner Predigt stellte Bischof Dr. Bertram Meier die Bedeutung des Religionsunterrichts in einer zunehmend digitalisierten Welt heraus. Ausgehend von der biblischen Erzählung von der Speisung der 5000 betonte er, dass der Mensch nicht nur körperliche, sondern auch geistige und soziale Nahrung brauche. Gemeinschaft und persönliche Beziehungen seien dabei von zentraler Bedeutung.
Mit Blick auf die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz fragte der Bischof, ob künftig tatsächlich nur noch die richtigen „Prompts“ eingegeben werden müssten, damit Unterricht automatisch entsteht. Seine Antwort: Gerade das, was den Menschen ausmacht – Erfahrungen, Gefühle, Beziehungen, Verantwortung und moralisches Bewusstsein – könne künstliche Intelligenz nicht ersetzen. Religionslehrkräfte seien deshalb weit mehr als reine „Lehrkörper“. Ihre Persönlichkeit und ihre Fähigkeit, Beziehungen zu Schülerinnen und Schülern aufzubauen, seien ein wesentlicher Teil ihres pädagogischen Auftrags.
Bischof Bertram ermutigte die neuen Religionslehrerinnen und -lehrer zudem, den Kindern und Jugendlichen im Unterricht ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Auch wenn die eigenen Möglichkeiten begrenzt seien, komme es darauf an, das einzubringen, was man habe. Mit Vertrauen, Einsatzbereitschaft und Gelassenheit könne so ein guter Weg im Schuldienst gelingen.
Weiterführende Informationen zur Verleihung der Missio canonica finden Sie hier auf der Homepage des Bistums Augsburg – einschließlich der vollständigen Predigt von Bischof Dr. Bertram Meier.


Die festliche Atmosphäre des Gottesdienstes wurde musikalisch unter der Leitung von Pater Norbert Becker einfühlsam gestaltet. Ein Gruppe von Missioempfängerinnen und -empfängern brachte zusammen mit der Band moderne geistliche Lieder und Instrumentalmusik zu Gehör und verlieh so der Feier einen würdigen und zugleich lebendigen Rahmen.
Mit Vertrauen und Zuversicht in den Schuldienst
Als Bischof Dr. Bertram Meier und Weihbischof Florian Wörner den 77 Religionslehrerinnen und Religionslehrern im Beisein ihrer Seminarleiterinnen und Seminarleiter, verbunden mit dem persönlichen Segen, die Missio canonica überreichten, war die Freude im Kirchenraum deutlich spürbar. Strahlende Gesichter, bewegte Blicke und herzliche Glückwünsche von Familien, Freunden und Wegbegleitern machten sichtbar: Dieser Moment markierte weit mehr als den Abschluss einer Ausbildung – er war der Beginn eines verantwortungsvollen Dienstes an jungen Menschen. Neben der Ernennungsurkunde erhielten die neuen Religionslehrkräfte auch eine modern gestaltete Bibel. Sie soll ihnen Wegweiser, Kraftquelle und täglicher Begleiter sein – im Unterricht ebenso wie in der Begegnung mit den Kindern und Jugendlichen, die sie künftig auf ihrem Glaubens- und Lebensweg begleiten.
Ein gelungener Ausklang mit vielen Glückwünschen
Vor dem abschließenden Segen richtete der Ministerialbeauftragte für die FOS/BOS Westbayern, Herr Ltd. OStD Dietmar Bauer, seine herzlichen Glückwünsche an die Anwesenden. In seinen Worten brachte er zugleich die res mixta – die gemeinsame Verantwortung von Staat und Kirche für den Religionsunterricht – zum Ausdruck und unterstrich die große Bedeutung des Religionsunterrichts für junge Menschen im schulischen Raum.
Sein besonderer Dank galt den Verantwortlichen im Bistum Augsburg: zum einen für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit, zum anderen für die vielfältigen Angebote zur Fort- und Weiterbildung, die den neuen Lehrkräften auch über ihre Ausbildung hinaus zur Verfügung stehen. Diese ermöglichen es ihnen, den Religionsunterricht kompetent, qualifiziert und gut begleitet zu gestalten und damit einen wichtigen Beitrag zur Bildung und persönlichen Entwicklung junger Menschen zu leisten.
Im Anschluss an den Gottesdienst bot ein Sektempfang die Gelegenheit, die Feier in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen. In zahlreichen Gesprächen wurden Glückwünsche ausgetauscht, Erinnerungsfotos gemacht und auf den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung sowie den Beginn des kirchlichen Sendungsauftrags angestoßen. Gemeinsam mit ihren Familien und Freunden feierten die frisch beauftragten Religionslehrkräfte diesen besonderen Meilenstein ihres beruflichen und persönlichen Weges.
Wir wünschen allen neuen Kolleginnen und Kollegen für ihren Dienst als Religionslehrkräfte einen gesegneten und erfolgreichen Start. Mögen sie ihre Freude am Glauben, ihre Offenheit für die Fragen junger Menschen und ihre persönliche Begeisterung in den Unterricht einbringen – und so bei vielen Schülerinnen und Schülern wertvolle Spuren hinterlassen.
Wer die besonderen Momente der Verleihung noch einmal Revue passieren lassen möchte, kann dies im Filmbeitrag von Katholisch1.tv tun. Der Beitrag lässt die Feier zur Verleihung der Missio canonica noch einmal lebendig werden.







